Zum 800. Todestag von Franz von Assisi – am 4. Oktober

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Am Abend des 3. Oktober 1226, nachdem die Sonne untergegangen ist, stirbt in der Portiuncula nahe bei Assisi, nackt wie er auf die Welt gekommen war, auf dem nackten Boden liegend, begleitet vom Gebet seiner Brüder der „Poverello“ Franz von Assisi. Er ist 46 Jahre alt.

Erst kurz zuvor hatte er seinen „Gesang auf die Schöpfung“ um eine weitere, letzte Strophe ergänzt:

„Gelobt seist du, mein Herr, durch unsere Schwester, den leiblichen Tod;
ihm kann kein Mensch lebend entrinnen.
Wehe jenen, die sterben in tödlicher Sünde.
Selig jene, die er findet in deinem heiligsten Willen,
denn der zweite Tod wird ihnen kein Leid antun.

Lobt und preist meinen Herrn und dankt ihm
und dient ihm mit großer Demut.“

Am folgenden Tag, dem 4. Oktober, wird er in der Stadt Assisi beigesetzt. Heute befindet sich über seinem Grab die große päpstliche Basilika San Francesco.

Aus Anlass des 800. Todestags dieses bedeutenden Heiligen feiern wir am Sonntag, 4. Oktober, um 11.00 Uhr in unserer Propstei- und Pfarrkirche einen Festgottesdienst, in dem wir an das Leben dieses Heiligen erinnern.

Wer war nun dieser Mensch, dessen Leben und Wirken bis heute unvergessen ist, der Verehrung genießt und zugleich eine Herausforderung für die Kirche und ihre Amtsträger ist?

Geboren wurde er in eine recht wohlhabende Familie eines Tuchhändlers hinein, genoss in seiner Jugend sein Leben in vollen Zügen. Sein Reichtum – und der seines Vaters – ermöglichten ihm ein Leben in Saus und Braus.

Nachdem er an einem Kriegseinsatz der Stadt Assisi gegen die benachbarte Stadt Perugia teilgenommen hatte, kam er – nach einem Jahr Gefangenschaft freigekauft – innerlich geknickt und krank wieder nach Hause zurück. Und er begann sein Leben zu überdenken und gab ihm schließlich eine neue Ausrichtung. Das geschah in der fast komplett verfallenen Kapelle von San Damiano vor dem Bild des Gekreuzigten.

„Baue meine Kirche wieder auf“ – diesen Anspruch Christi nahm er zuerst wörtlich. Und das hatte Folgen: Die Begegnung mit Armen, Schwerstkranken und Aussätzigen bewegte ihn dazu, ihnen immer wieder zu helfen, womit er die Wut seines Vaters auf sich zog.

Dieser Konflikt zwischen Franziskus und seinem Vater eskalierte vor dem Gericht des Bischofs: Franziskus zog schließlich seine Kleidung aus und gab alles, was er besaß, seinem irdischen Vater zurück. Von nun an würde er nur noch einen seinen Vater nennen, nämlich den im Himmel.

Dann begann er ein Leben in Abgeschiedenheit und in radikaler persönlicher Armut. Das hatte Ausstrahlung. Es sammelten sich weitere Gefährten um ihn, die gemeinsam mit ihm ein Leben in Armut – mit den Armen und für die Armen – leben wollten. Die Portiuncula-Kapelle unterhalb von Assisi wurde die Keimzelle der „Minderbrüder“, die bis heute in der franziskanischen Ordensfamilie weiterleben.

So lebte auch die Hl. Klara, eine junge Adlige aus Assisi, Gründerin des Ordens der Klarissen, die sich später in San Damiano niederließen.

1209 wurde die Lebensweise der Minderbrüder von Papst Innozenz III. genehmigt, die Ordensregel des Franziskus wurde 1223 bestätigt.

1224 empfing Franz, schwer erkrankt, in La Verna an seinem Leib die Wundmale Christi, die Stigmata. 1225 entstand in San Damiano der „Cantico delle creature“, das Loblied auf die Schöpfung, der „Sonnengesang“. 1226 ließ er sich zum Sterben von seinen Mitbrüdern in die Portiuncula-Kapelle bringen, wo er am Abend des 3. Oktober starb.

Mehr als 780 Jahre später gab es zum ersten Mal in der Geschichte der Kirche einen Papst, der den Namen des Hl. Franz von Assisi annahm: den Argentinier Jorge Mario Bergoglio, der als Papst Franziskus am 16. März 2013 sagte: „Ach, wie sehr möchte ich eine arme Kirche für die Armen!“ – eine Herausforderung für unsere Kirche bis heute.

Mit dem Gruß „Pax et bonum“ oder „Pace e bene“ – „Frieden und Gutes“ –
dem Gruß der Franziskaner aus Assisi grüßt Sie
Ihr Pfarrvikar Jürgen Frisch

 

Foto: Jürgen Frisch