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Soziales Engagement in Jülich

„Wir haben geschlossen“ – diesen Satz las man in den letzten Wochen häufig, wenn man an Geschäften, Restaurants oder kulturellen Einrichtungen vorbeiging. Ebenso betreffen diese Schließungen auch alle sozialen Einrichtungen, zum Beispiel Tafeln oder Einrichtungen für Obdachlose. Nun bleibt die Frage: Was geschieht mit den Menschen, die bereits unter den üblichen Umständen dringend auf diese Unterstützung angewiesen sind? … sei es durch Lebensmittel, durch kostenlose Sachspenden oder um einen Ort zum Schlafen zu finden?

Einer dieser hilfreichen Orte ist das Café Gemeinsam. Das Kooperationsprojekt des Christlichen Sozialwerks Jülich, der Pfarrei Heilig Geist, der Evangelischen Kirchengemeinde Jülich, des Diakonischen Werkes Jülich und von In Via Düren-Jülich, befindet sich in der Stiftsherrenstraße 9 und bietet Menschen ohne Obdach oder mit nur geringerem Einkommen üblicherweise einen Ort der sozialen Nähe und Zuflucht.

In der Krise öffnet das Café zurzeit an drei Tagen in der Woche für eine Stunde, um den Menschen zumindest die Möglichkeit zu geben, zu duschen oder Wäsche zu waschen. Abwechselnd vor Ort sind die Mitarbeiterin des Cafés Emily Willkomm-Laufs, Gemeindereferent Ralf Cober oder Pastoralassistentin Linda Schmitt-Thees, beide aus dem Pastoralteam der Pfarrei Heilig Geist.

Das Pastoralteam beschäftigte sich mit der Frage, wie die Menschen, die üblicherweise die Tafel besuchen, nun mit ausreichend Lebensmitteln versorgt werden können. Dabei entstand die Idee eines „Gabentisches“, der in einer Kirche aufgestellt werden sollte. Angelehnt an die Idee des „Gabenzauns“, können bei diesem Modell freiwillig und anonym Tüten mit unverderblichen Lebensmitteln und Drogerieartikeln abgegeben werden und Bedürftige können sie sich abholen.

Doch erfreulicherweise stellte sich in der Vorbereitung der Aktion heraus, dass die Stadt Jülich über ein hervorragendes soziales Netzwerk verfügt und deswegen diese Art der Aktion hier nicht benötigt wird. Seitens der Jülicher Tafel werden alle bisherigen Kunden und Kundinnen versorgt. Zum Beispiel wurde initiiert, dass durch die Aktion „Menschen helfen Menschen“ jeder Kunde der Tafel einen gewissen Geldbetrag erhält. Dies hilft den Menschen unmittelbarer als Sachspenden eines „Gabentisches“, da sie selbst am besten wissen, was sie gerade benötigen.

Des Weiteren zeigte Frau Vogel, Sozialdezernentin der Stadt Jülich, im Telefonat auf, dass die Obdachlosen, die momentan in Jülich leben, jeden Tag eine Mahlzeit durch das DRK (Deutsche Rote Kreuz) bekommen und auch sonst durch das Ordnungsamt versorgt werden.

Lediglich, die Menschen, die sich ihrer Situation schämen, oder ältere Menschen, die niemanden haben, der für sie Hilfe organisieren kann, sind schwieriger zu erreichen. Falls Ihnen so jemand bekannt ist, können Sie sich bei Frau Vogel melden. Frau Vogel ist unter folgender Telefonnummer und Emailadresse zu erreichen:  Tel: 02461-63-208 – Mail: DVogel[at]juelich[.]de

Darüber hinaus gibt es viele Nachbarschaften, Vereine und Engagierte, die für Menschen mit erhöhtem Erkrankungsrisiko einkaufen gehen oder Botengänge machen. Es hat uns sehr hoffnungsfroh gestimmt, zu erfahren, dass in Jülich Engagement und Achtsamkeit so großgeschrieben wird. An dieser Stelle einen großen Dank, für alle Engagierten und Achtsamen, da die ehrenamtliche Bereitschaft im Moment sogar die Nachfrage übersteigt.

Gemeindereferent Ralf Cober und Pastoralassistentin Linda Schmitt-Thees