„Der Geist des Herrn erfüllt das All …“

„Der Geist des Herrn erfüllt das All …“

Kategorie(n): Allgemein

Liebe Pfarrangehörige! Liebe Mitchristen!

Der Sommermonat Juni lockt uns ins Freie, in die Welt! 50 Tage dauert die Osterzeit, in der das Osterfest nachwirkt, an dem wir die Auferstehung Jesu und überhaupt die Macht des Lebens über alles Lebensfeindliche, sogar über den Tod feiern.

Mit Pfingsten (was sich aus dem griechischen „pentecoste“ ableitet und „fünfzig“ bedeutet) findet die Osterzeit ihren Abschluss, werden die Jünger „begeistert“ und trauen sich mit dieser Begeisterung ins Freie außerhalb der geschlossenen Räume.

So passt es, dass auch wir ins Freie gehen, zum Beispiel:

  • mit der Wallfahrt zum Grab des Apostels Matthias über Christi Himmelfahrt
  • mit Fronleichnam
  • mit der Fahrradsegnung und der Familienradtour mit Picknick
  • und überhaupt mit unserem Glauben.

Eines der schönsten und schwungvollsten Pfingstlieder ist für mich das unter Nr. 347 im neuen Gotteslob stehende Lied: „Der Geist des Herrn erfüllt das All“. Getextet hat es Maria Luisa Thurmair im Jahr 1941, also zur Zeit des Nationalsozialismus, einer Zeit der gesellschaftlichen „Gleichschaltung“, der Zensur und  der Unterdrückung kirchlichen Lebens. Da hat es eben ein Lied gebraucht, das das kirchliche Selbstbewusstsein stärkt und den damaligen Zeitgeist dem anderen und heiligen Geist gegenüberstellt. Interessanterweise hat Thurmair sich für die Melodie entschieden, in der auch ein anderes Lied komponiert ist:

Zieh an die Macht, du Arm des Herrn, wohlauf und hilf uns streiten. Noch hilfst du deinem Volke gern, wie du getan vorzeiten. Wir sind im Kampfe Tag und Nacht, o Herr, nimm gnädig uns in Acht und steh uns an der Seiten.

Dieses Lied ist im alten Gotteslob unter Nr. 304, aber leider nicht mehr im neuen Gotteslob zu finden. Es wurde von NS-Behörden als „regimefeindlich“ eingestuft und durfte nicht veröffentlicht werden. Vielleicht motiviert uns das Lied dazu, uns neu begeistern zu lassen, ins Freie zu gehen und unser Leben und unsere Welt immer mehr im Geist Jesu zu gestalten:

… wohin sein Feueratem fällt, wird Gottes Reich lebendig… Halleluja!

Gottes Geist bewege und motiviere uns alle dazu!
Ihr Pastor Josef Wolff
Foto: Carolin Schmitz