Warum Tiere segnen?

Warum Tiere segnen?

Grafik: LVR-Rheinland

Tiere zu segnen ist ein alter christlicher Brauch. Schon seit Hunderten von Jahren werden Nutztiere in der Landwirtschaft unter den Segen Gottes gestellt. In jüngster Zeit ist es zunehmend üblich geworden, daneben auch Haustiere zu segnen, wie Gottesdienste in Düren, Aachen oder Jüchen zeigen.

Aber kann man wirklich einem Tier einen Segen spenden? Gilt der Segen Gottes nicht vielmehr allein dem Menschen, der auf diesen Segen auch antworten kann? Eine Tiersegnung erinnert daran, dass Tiere Geschöpfe Gottes sind und wie alle Geschöpfe unter Gottes Schutz stehen. Allein durch ihr Dasein verweisen Tiere auf ihren Schöpfer und werden dadurch zum Lob Gottes. Dieser Teil der Schöpfung verlangt unsere Achtung, die zugleich auch Ausdruck der Ehrfurcht vor dem Schöpfer ist.

Haustiere stehen dem Menschen oft besonders nahe, weil sie ihm Gefährten sind, ihm helfen und eine Freude für ihn sind, wie es in einem Segensgebet heißt. Oft gehören sie regelrecht zur Familie. Indem die Kirche die Tiere segnet, bietet sie uns Gelegenheit, unserer Dankbarkeit für diese Beziehung Ausdruck zu verleihen.

Wenn auch Sie für die Freundschaft zu Ihrem vierbeinigen Kameraden danken möchten, sind Sie herzlich eingeladen zum Tiersegnungsgottesdienst am Mittwoch, dem 4. Oktober, um 19.00 Uhr in der Propsteikirche Jülich. Anschließend lädt die Ausstellung Lob der Natur zur Entdeckung. Der 4. Oktober ist nicht nur Welttierschutztag, sondern zugleich auch der Gedenktag des Heiligen Franz von Assisi. Von ihm wird berichtet, dass er die Tiere, die ihm begegneten, segnete, weil er sie als seine Geschwister vor Gott verstand.

Der Welttierschutztag ruft uns ins Bewusstsein, dass das Verhältnis des Menschen zum Tier nicht immer von Achtung geprägt ist, sondern dass durch menschliches Handeln Tiere auch ausgebeutet und missbraucht werden. Als christliche Antwort darauf ist die Segnung von Tieren an diesem Tag ein sinnvolles Zeichen.

Pastoralassistentin Mareike Jauß
Foto: Adelheid Weigl-Gosse, aus: pfarrbriefservice.de