Nichts ist so beständig wie der Wandel (Heraklit 544- 483 v.Chr.)

Nichts ist so beständig wie der Wandel (Heraklit 544- 483 v.Chr.)

Kategorie(n): Allgemein

Dieser Satz, den der griechische Philosoph vor über zweitausend Jahren ausgesprochen hat, hat bis heute nichts von seiner Gültigkeit verloren. Wir sind von ständigem Wandel umgeben und vollziehen ihn in vielen Bereichen, ohne uns dessen immer bewusst zu sein. Lebensphasen, Jahreszeiten, Fortschritte in Wissenschaft, Technik und vielen anderen Bereichen bewirken diesen ständigen Wandel und wir nehmen die meisten diese Veränderungen gerne an. Niemand würde im Jahre 2016 noch in einer Postkutsche viele Tage lang von Hamburg nach München reisen wollen oder sich ohne Betäubung einen Zahn ziehen lassen.

Die Kirche ist ein lebendiger Organismus, in dem Menschen in ihrer jeweiligen Zeit und mit ihren Möglichkeiten nach Gott suchen. Das heißt: Kirche ist ein lebendiger Organismus, der sich verändert, ja verändern muss mit den Menschen, die die Kirche ausmachen, denn Veränderung ist ein wesentliches Element des Menschseins. Ergibt sich daraus nicht auch ein Wandel in der Kirche? Wandel bedeutet neben Veränderung auch Erweiterung und Bereicherung. Das heißt eben nicht, dass alles Bestehende abgeschafft wird. Bewährtes und gelebte Traditionen sollen erhalten bleiben, aber gleichzeitig muss es auch Raum für Neues geben dürfen. Eine Möglichkeit dem Neuen Raum zu  geben, ist die Form der City-Kirche. Daher hat der Gemeinderat der Propsteigemeinde nach eingehenden Beratungen diese Form als pastorales Profil für die Propsteikirche festgelegt.

Mit der Nacht der offenen Kirchen am  9. September 2016 erfährt die City-Kirche in Jülich ihren Start.  Eine City-Kirche will eine offene, gastfreundliche Kirche sein, in der Menschen aller Konfessionen und Genera-tionen zu spirituellen, künstlerischen und  kulturellen Angeboten eingeladen sind. City-Kirche möchte mit neuen Formen Menschen von heute bei ihrer Gott-Suche begleiten. Sie möchte Menschen von heute neuen Raum geben, ihre Religiosität zu leben. Gleichzeitig will City-Kirche eine Nahtstelle zwischen Kirche und Gesellschaft, zwischen Spiritualität und Lebenswirklichkeit sein. Zusätzlich zu den weiterhin regelmäßigen Gottesdienstangeboten, werktags und sonntags, werden z.B. am Donnerstagvormittag die AnsprechBAR (eine Möglichkeit zum Gespräch) und die Haltestelle (ein Raum zum Innehalten) geöffnet sein.

Neben der Matinee zur Marktzeit am dritten Samstag im Monat wird es wieder jeweils am ersten Samstag im Monat kurz vor zwölf Uhr die Unterbrechung geben. Geplant sind verschiedene Ausstellungen sowie neue, offene spirituelle Angebote und vieles mehr. Ich lade Sie alle herzlich ein, an den offenen Veranstaltungen teilzunehmen und diesen Wandel mitzuerleben, denn: Nichts ist so beständig wie der Wandel!

Gemeindereferentin Beate Ortwein
Projektleitung City-Kirche
Foto: Robert Stiller