Da geht mir das Herz auf

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Ja, mir persönlich geht das Herz auf, wenn ich im Frühjahr die ersten Himmelschlüssel im Garten oder im Freien entdecke. Aber mir geht auch das Herz auf, wenn ich eine gute Begegnung mit einem Menschen habe. Manchmal reicht dazu schon ein freundlicher Blick im Vorübergehen oder ein intensiver Augenkontakt beim Kommuniongang. Manchmal bleibt das Herz am Anfang eines Gesprächs verschlossen – aber im Laufe des Erzählens und Teilens von frohen oder bitteren Erfahrungen öffne ich mich und erlebe hautnah, wie andere sich öffnen.

Das Motto der Pfarrei Heilig Geist in diesem Jahr der Barmherzigkeit 2016 lautet: Gottes Geist öffnet Herzen – das ist seit der Gründung das vierte Jahresthema. Die Jahresthemen, die z.B. beim Patronatsfest im Mittelpunkt standen, haben jeweils viel mit uns und der Situation des neuen Gebildes der fusionierten Pfarrei Heilig Geist zu tun. Beim ersten Jahresthema 2013: Gottes Geist schenkt Leben ging es darum, das kleine Pflänzchen der neuen Pfarrei als Geschenk wahrzunehmen, das die Lebendigkeit der Christen und der Gemeinden fördern will. Das Motto von 2014: Gottes Geist lässt wachsen hat den Blick gelenkt auf die Gemeinschaft, die immer noch weiter wächst. Für 2015 hieß das Motto: Gottes Geist führt zusammen – und das ist an vielen Stellen geschehen, so auch bei dem schönen Projektchor zum Patronatsfest mit vielen Sängerinnen und Sängern aus den Chören der GdG. In 2016 also heißt es nun: Gottes Geist öffnet Herzen – und das hat nicht nur damit zu tun, dass Papst Franziskus uns ein Jahr der Barmherzigkeit als Geschenk und Aufgabe gegeben hat. Ich erlebe, dass viele Menschen in Jülich und viele Christen in den Gemeinden gerade in 2015/2016 ihr Herz geöffnet haben und sich von Herzen tatkräftig für Bedürftige einsetzen, ob Alt oder Jung.

Angesichts der humanitären Katastrophen in vielen Teilen der Welt haben die Flüchtlinge durch ihre Geschichten und ihr Präsentsein uns das Leid und die Not der Menschen näher gebracht. Und damit ist uns auch Gottes Botschaft nähergekommen und Gott selbst, der mit und in jedem Leidenden mitleidet. Gottes Geist öffnet Herzen – er ermutigt uns, uns bei Begegnungen zu öffnen, … nicht nur unter sich zu bleiben, sondern mit offenen Augen und Händen auf den anderen (auch den Fremden) zuzugehen. Und ich bin zuversichtlich, dass wir selber dabei das größte Geschenk bekommen: eine Begegnung, die froh macht und die das Herz aufgehen lässt.

Pastoralreferentin Barbara Biel