Seelsorge in der Flüchtlingsarbeit

Kategorie(n): Allgemein
Diakon Martin Schlicht
Diakon Martin Schlicht

Ich habe keine größere Freude, als zu hören, dass meine Brüder und Schwestern im Glauben in der Wahrheit leben. Ihr handelt treu in allem, was ihr an den Brüdern und Schwestern, sogar an den fremden Geschwistern, tut. … Darum sind wir verpflichtet, Menschen in Not aufzunehmen, damit auch wir zu Mitarbeitern für die Wahrheit werden. Friede sei mit euch.“

So ähnlich würde der Verfasser des 3. Johannesbriefes heute an unsere Gemeinden in der Region und an die gelebte Caritas in den Gemeinden schreiben.

In den Medien wird oft von dem biblischen Ausmaß der gegenwärtigen Fluchtbewegung gesprochen und die Zahlen sind wirklich groß. Aber enorm ist auch die Vielzahl von Engagierten, Professionellen, Ehrenamt-lichen, Kontemplativen – die, die sich geschwisterlich in den Notunterkünften, Übergangswohnheimen, Wohnungen und Treffpunkten in gegenseitiger Achtsamkeit begegnen und helfen, sind die gegenwärtigen Adressaten jenes biblischen Grußes.

+++ Stadt +++ Land +++ Zukunft +++
Hilf mit, den Wandel zu gestalten!

Unter diesem Motto beschäftigt sich die Caritas in diesem Jahr mit dem demogra-phischen Wandel und dessen Auswirkung auf die verschiedenen Lebensräume unserer Bevölkerung. Und gerade die demographische Substanz und ihr Know How unserer jetzigen Gesellschaft erweist sich als tragende Säule für die Aufgaben in dieser Zeit. Die Hilfsbereitschaft in der Flüchtlingsarbeit (und nicht nur da) bleibt ungeachtet mancher strukturellen Hindernisse und politischer Unachtsamkeit gesellschaftlich ungebrochen groß. Die Kreativität der Menschen in Stadt und Land unserer Region ist ein unschätzbarer Fundus für die Gestaltung unserer Gesellschaft. Diese Kreativität ist nicht theologisch geprägt, sondern solidarisch und einfach, im wahrsten Sinne des Wortes caritativ und universell, weil auch die Menschen, die sich begegnen, den verschiedensten Nationen und Völkern, Kulturen und Religionen angehören.

Und die andere, zur Zeit nicht im Fokus der Öffentlichkeit stehende Caritasarbeit geht mit gleicher Intensität und gleicher Herzlichkeit ebenso weiter. Auch dazu schenkt uns Gott seinen Segen – so wie es etwa im Segen an die Brautleute am Ende der Trauungsmesse heißt: „Gott segne euch alle Tage eures Lebens, er gebe euch treue Freunde und den Frieden mit allen Menschen. Seid in der Welt Zeugen der göttlichen Liebe und hilfsbereit zu den Armen und Bedrückten.“

Mit Respekt und sorgsam möchte ich den Menschen, die zu uns kommen, und auch all denen, die sich kümmern, als Seelsorger in der Flüchtlingsarbeit der Region Düren-Jülich zur Seite stehen. Ganz einfach und umsonst.

Herzlichst und mit Demut
Ihr Diakon Martin Schlicht

Seelsorger in der Flüchtlingsarbeit Region Düren-Jülich, Büro der Regionaldekane
Langenberger Str. 3, 52349 Düren, Tel.: 02421-2802-25, Mail: martin[.]schlicht[at]bistum-aachen[.]de