Kirchenchöre

Der Kirchenchor St. Martinus Stetternich besteht aus zwei gemischten Chören: Ein Kirchenchor im klassischen Sinne, der viele Gottesdienste im Kirchenjahr mit gestaltet und der 2008 gegründete Chor „CHORios“, der modernes kirchliches und weltliches Liedgut, wie z. B. Gospels, zu Gehör bringt. Ca. 40 Sänger und Sängerinnen aller Altersstufen engagieren sich unter Leitung von Chorleiter Chr. Werres in den beiden Chören.

Wie Sie der Chorchronik entnehmen können, blickt der Kirchenchor auf eine lange Tradition zurück.

Wir freuen uns, wenn wir den Gottesdienst feierlich mit gestalten können und mit unserem Gesang außerdem die Herzen der Gemeinde erreichen. Diese Freude empfinden wir auch bei den Proben, die konzentriert, aber gutgelaunt durchgeführt werden.

Kirchenchor

Unser Kirchenchor besteht derzeit aus rund 25 Sängerinnen und Sängern. Neben der musikalischen Gestaltung der Gottesdienste in Stetternich gehören auch Auftritte bei Hochzeiten und in Konzerten befreundeter Chöre zu unseren Aktivitäten. Wir beschäftigen uns mit alter Musik, neuen geistlichen Liedern und Chorwerken aus Klassik und Romantik. Damit unsere Zuhörer die Musik genießen können, nehmen wir uns auch Zeit, die musikalischen Feinheiten zu erarbeiten.

Nach der Probe besteht auch Gelegenheit, in gemütlicher Runde über Probe, Konzert oder Privates zu fachsimpeln.

Proben: montags, 20.15 Uhr bis 21.45 Uhr, in Haus Zillbach, Kölner Landstr. 52, Stetternich.

CHORios

Der Chor wurde 2008 von Mitgliedern des Kirchenchores St. Martinus Jülich-Stetternich gegründet. Nach der Teilnahme als Gastsänger in der Kölner Philharmonie (Magnificat von J. Rutter) entstand die Idee, als kleiner Chor moderne und anspruchsvolle Chorliteratur einzustudieren. Inzwischen gehören dem Chor rund 25 Mitglieder im Alter von 12-82 Jahre an. Das Repertoire reicht von Spirituals/Pop über geistliche/klassische Werke bis hin zu Volksliedern.

Im Oktober 2010 erreichte der Chor beim Leistungssingen des Chorverbandes NRW in Rheine ein hervorragendes Ergebnis mit 3x „sehr gut“. Seit dem Jahr 2011 ist der Chor dem Sängerkreis Düren angeschlossen.

Proben: montags, 19.00 Uhr bis 20.15 Uhr, in Haus Zillbach, Kölner Landstr. 52, Stetternich.

Chronik

Auszug aus dem Aufsatz von Willy Kieven , „Stetternich einst und Morgen“, Band 2 (2002), Hrsg.: Autoren, Kreis Düren, Eigenverlag, S. 106 – 113.

„Im Heimatbuch ‚Stetternich – Einst und Morgen‘ von Leo de Jong ist der Kirchenchor im Abschnitt über die zahlreichen Vereine des Ortes nicht erwähnt und schon gar nicht ist über die Gemeinschaft etwas niedergeschrieben worden. Der Chor ist aber inzwischen zu einem wichtigen Eckpfeiler im Leben der Pfarrgemeinde gewachsen und er kann auch mittlerweile auf eine 100 bis 150-jährige Vergangenheit zurückblicken. Leider ist das genaue Gründungsjahr nicht bekannt. Aber trotzdem soll nachfolgend festgehalten werden, wie alles begann und sich bis heute weiter entwickelte.

Im Jahre 1843 wurde in der Pfarrkirche St. Martinus eine neue Empore errichtet, und zwar die Vorgängerin unserer heutigen Orgelbühne. Sie diente zwar damals noch nicht für die Aufstellung einer Orgel, aber vielleicht als Sängerempore. Im gleichen Jahr, also 1843, trat der damals etwa 30-jährige Gerhard Lowartz als Lehrer seinen Dienst an der kleinen einklassigen Stetternicher Schule an.

Er nahm auch gleichzeitig die freiwerdende Stelle eines Küsters an. Seine besondere Liebe aber galt dem Gesang. Nachdem 1845 der Pfarre ein Kreuzpartikel geschenkt worden war, feierte sie fortan das Fest der Kreuzerhöhung (14. September) ganz besonders und lud über die Gemeindegrenzen hinweg die Bevölkerung zur Verehrung ein. Die Feiern verschönerte Lowartz durch Gesang, der dem Kirchenvorstand so gut gefiel, dass sein Gehalt erhöht wurde. Ob Lowartz den Gesang allein oder in Gemeinschaft vortrug, ist nicht bekannt.

Im Jahre 1857 konnte endlich ein Herzenswunsch des Küsters erfüllt werden. Teils durch Spenden, teils aus kirchlichen Mitteln konnte für 275 Thaler von der Kirchengemeinde Vettweiß eine Orgel erworben werden. Lowartz bekleidete nunmehr auch das Amt des Organisten, und nun wurde abermals sein Gehalt erhöht. Spätestens nach der Anschaffung dieses für die Kirchenmusik wichtigen Instrumentes dürfte er einen Kirchenchor ins Leben gerufen haben. Eines ist aufgrund privater Aufzeichnungen sicher: dass er und sein Schwiegersohn, Peter Schmitz, Dirigenten des Kirchenchores waren.

Lowartz gab 1887 aus Altersgründen die Stelle des Küsters an seinen Schwiegersohn Schmitz ab, der ebenfalls Lehrer am Ort war. Im Februar 1890 verstarb Lowartz.

Aus den Aufzeichnungen der Chronik, der zunächst als Gesangverein im Jahre 1880 gegründeten Gesellschaft Frohsinn, geht hervor, dass deren Mitglieder oft den Kirchenchor unter seinen Dirigenten Lowartz und Schmitz unterstützt haben. Unter Leitung von Peter Schmitz gestaltete der Kirchenchor im Jahre 1905 die Primizfeierlichkeiten für den Neopresbyter Querin Schmitz. Bereits im Jahre 1909 verzeichnete der Kirchenchor einen gewaltigen Aufschwung.

Es war der Kirchengemeinde gelungen, die Stelle des Küsterorganisten und Chorleiters mit einem ausgebildeten Kirchenmusiker, nämlich Josef Derichs, zu besetzen. Fast 50 Jahre (bis 1957) leitete er den Kirchenchor. Eine Unterbrechung fand seine Tätigkeit zunächst durch seine Einberufung in den Ersten Weltkrieg.

Seinerzeit gehörten dem Chor 19 Männer an. Nach dem Ersten Weltkrieg fand der Chor sich eigentlich wieder verhältnismäßig schnell zusammen. Er gestattete nunmehr aber auch die Mitgliedschaft von Damen, was sich zweifellos auch als Bereicherung für den Gesang herausstellte. Der Chor überstand schließlich auch die Zeit des Nationalsozialismus, und nur die Evakuierung Stetternichs nach dem 16. November 1944 beendete wiederum seine Tätigkeit. Doch bereits Weihnachten 1945 gab es den zweiten Neuanfang in der Notkirche im Pfarrsälchen. Josef Derichs war ein gewissenhafter und unermüdlicher Leiter des Chores, dem insbesondere die Pflege des Choralgesanges am Herzen lag. Er hat sich um den Kirchenchor verdient gemacht. Im Jahre 1957 trat Josef Derichs in den wohlverdienten Ruhestand.

Danach unterstand der Chor in rascher Folge verschiedenen Chorleitern, und zwar

1957 – 1958    Küsterorganist Hans Boos,
1958 – 1959    Küsterorganist Wilhelm Küpper,
1959 – 1962    Küsterorganist Peter Simons,
1978 – 1979    Josef Stevens.

Im Oktober 1978 wurde Pfarrer Mathias Kuckelmann an St. Martin eingeführt. Er vermisste einen Kirchenchor sehr und regte deshalb kurz nach seiner Einführung die Wiederbelebung des Kirchenchores an. Spontan fanden sich 22 Sangesfreudige zusammen, die bereits Weihnachten 1978 die Gottesdienste mitgestalteten.

Im Jahre 1979 gelang es der Pfarrgemeinde einen allseits bekannten und erfahrenen Chorleiter anzustellen. Helmut Huber übernahm die Stelle des Chorleiters und Organisten. Er hatte bereits mit dem Jülicher Vokal Ensemble und dem Männerchor des Forschungszentrums Jülich (KFA Chor) großartige Erfolge erzielt. Mit letzterem brachte er es 1984 und 1989 zum Meisterchor.

Helmut Huber kannte nur eine Form der musikalischen Darbietung, und zwar die Beste. Er war nie ein bequemer Dirigent, unermüdlich bestand er auf einer bis aufs letzte ausgefeilten Leistung. Am 07.04.1992 nahm der Martinuschor unter Leitung von Helmut Huber an einem internationalen Freundschaftstreffen in Raeren / Belgien mit beachtlichem Erfolg teil. Ein Jahr später feierte der Chor sein über 100-jähriges Bestehen.

Als im Jahre 1994 der langjährige Vorsitzende Peter Knabel sein Amt zu Verfügung stellte, wurde einstimmig der Sänger Willy Kieven zum neuen Vorsitzenden gewählt. Die verantwortungsvolle Zusammenarbeit mit Chorleiter Helmut Huber währte leider nicht lange; er verstarb am 19. März 1995. Unter Großer Beteiligung des Chors wurde er in Raeren/Belgien beigesetzt. Am 01. April 1995 fand in der St. Martinus-Pfarrkirche in Stetternich ein Trauergottesdienst statt, den der Chor mitgestaltete.

Durch die Verbindung des Vorsitzenden Willy Kieven zu der Gemeinde Niederzier, gelang es der Kirchengemeinde den aus Niederzier-Oberzier stammenden 27jährigen Kirchenmusiker Christian Werres als Chorleiter zu gewinnen. Der mit dem Kantorenexamen ausgestattete Musiker ist an der Orgel groß geworden. Werres verstand es sehr schnell den wie er sagte ‚gepflegten und feinfühlig ausgearbeiteten Chor zu modellieren‘. Unter seiner Leitung gestaltete der Chor im Jahre 1996 zusammen mit dem Männerchor der Gesellschaft Frohsinn (Leitung – Peter Schiffer) in der Stetternicher Pfarrkirche ein gut besuchtes und gelungenes Chorkonzert. Jährlich werden zahlreiche Gottesdienste durch den Chor musikalisch begleitet.

Im Jahre 1999 veranstaltete der Martinus-Chor zusammen mit dem Kirchenchor St. Antonius Düren und dem Kirchenchor St. Stephanus Selgersdorf sowie dem Collegium musicum Krefeld großartige Mozartkonzerte in Düren und Selgersdorf, die jeweils großen Anklang bei den Besuchern fanden.

Ein Höhepunkt der Chorgeschichte bildete das Konzert aus Anlass des 250. Todestages von Johan Sebastian Bach am 1. Adventssonntag 2000. Der Martinus Chor brachte zusammen mit dem Jugendchor der Humboldtschule Kerpen-Buir und der Camerata Aachen in der Stetternicher Pfarrkirche die beiden Kantanten ‚Nun komm der Heiden Heiland‘ und ‚Wachet auf, ruft uns die Stimme‘ zu Gehör. Außerdem wurde das Doppelkonzert für Violine und Oboe BWV 1060 dargeboten. Die Gesamtleitung hatte Chorleiter Christian Werres. In der überfüllten Pfarrkirche entbrannte ein nicht enden wollender Beifall. Zwei Zugaben, und zwar ‚Wohl mir, dass ich Jesum habe‘ und ‚Gloria sei Dir gesungen‘ waren der Dank des Chores an das begeisterte Publikum.“