Himmelhochjauchzend – zu Tode betrübt?

Himmelhochjauchzend – zu Tode betrübt?

Kategorie(n): Allgemein

Liebe Leserin! Lieber Leser!

Februar 2016 … ein Monat, der uns wieder einem alljährlich wiederkehrenden Wechselbad aussetzen wird: An Karneval drehen viele mal so richtig auf, feiern bis zum Abwinken, sind „himmelhochjauchzend“! … Und dann kommt die Fastenzeit … müssen wir da „zu Tode betrübt sein“?

Pfarrbrief 2/2016
Pfarrbrief2016-02

Am Karneval scheiden sich die Geister. Die einen warten auf diese „fünfte Jahreszeit“ das ganze restliche Jahr, die anderen fliehen vor dem Trubel, der ihnen zu viel und zu aufgesetzt erscheint. Das muss natürlich auch jeder für sich selbst entscheiden, wie er oder sie es mag.

Aber der Karneval hat sicherlich eine positive Funktion: Ich darf mal ausgelassen sein, ich darf mal in andere Rollen schlüpfen, ich darf mal Un-Sinn machen. Karneval hat eine „Ventilfunktion“. Solange kein anderer durch mein Tun eingeschränkt und geschädigt wird, so lange ich nicht Gesundheit und Leben von mir und anderen Personen gefährde, ist der Spaß durchaus zu begrüßen. Im Rheinland gehört der Karneval ja sogar zur Kultur und zur Identität dazu.

Seien Sie an Karneval ruhig „himmelhoch-jauchzend“, denn das entlastet vom Alltag! Und am Aschermittwoch soll dann alles vorbei sein? Müssen wir dann in die Depression fallen und „zu Tode betrübt sein“? Aber natürlich nicht! Die Fastenzeit oder  österliche Bußzeit ist nur anders. Wir können und sollten uns dann ein wenig mehr Ruhe gönnen.

Gönnen Sie sich diese Zeit! … z.B. mit dem Fastenkalender der Evangelischen Kirche 2016 zum Thema „Großes Herz! Sieben Wochen ohne Enge!“ www.7wochenohne.evangelisch.de

Wir können mal auf etwas freiwillig verzichten, was uns eigentlich mehr belastet als nützt. Wir können mal zu uns selbst kommen: bei einem Spaziergang im Wald oder Park, bei einer besinnlichen Stunde mit Musik, vielleicht mal an einem religiösen Angebot ( z.B. Exerzitien im Alltag … ) teilnehmen, vielleicht mal mit der Familie einen Spielenachmittag verbringen. Auch das alles kann entlasten vom Alltag – nur eben ganz anders!

So hat jedes seine Zeit (siehe auch im Buch Kohelet 3,1-8) … es gibt eine Zeit zum  Lachen und eine Zeit für Ruhe … beides ist wichtig und richtig!

Ich wünsche Ihnen gute Zeiten!
Gemeindereferent Ralf Cober
Fotos: links: pixabay_Ben_Kerckx, rechts: pixabay_Giuliamar